Unser Körper ist ein komplexer Mechanismus, der eine faszinierende Eigenschaft der Wundheilung besitzt. Verschiedene Systeme arbeiten zusammen, um Wunden zu reparieren und zu heilen. Die Medizin hat zwar einige Mittel, die die Wundheilung fördern können, der menschliche Körper kann sich aber normalerweise selbst regenerieren. Falls die Wunden sehr tief sind, ist es natürlich nötig, Hilfe in der chirurgischen Medizin zu bekommen, die Wunden vernähen und versorgen können. 

Was ist die Wundheilung genau?

Wenn die Haut verletzt ist, setzt unser Körper eine automatische Reihe von Ereignissen in Gang, um das verletzte Gewebe zu reparieren. Dabei entstehen vier verschieden Schritte: Hämostase, Entzündungshemmung, Proliferationshemmung und Reifung.

Phase 1: Hämostase-Phase

Die Blutstillung, die erste Phase der Heilung, beginnt mit dem Einsetzen der Verletzung, und das Ziel besteht darin, die Blutung zu stoppen. In dieser Phase aktiviert der Körper sein Notfallreparatursystem, das Blutgerinnungssystem, und bildet einen Damm, um die Drainage zu blockieren. Während dieses Prozesses kommen die Blutplättchen mit Kollagen in Kontakt, was zu Aktivierung und Aggregation führt. Im Zentrum befindet sich ein Enzym namens Thrombin, das die Bildung eines Fibrinnetzes initiiert, das die Thrombozytenklumpen zu einem stabilen Gerinnsel festigt.

Phase 2: Entzündungshemmung

Wenn es in Phase 1 in erster Linie um die Koagulation geht, konzentriert sich die zweite Phase, auf die Zerstörung von Bakterien und die Entfernung von Ablagerungen – im Wesentlichen, um das Wundbett auf das Wachstum von neuem Gewebe vorzubereiten. Bakterien werden durch sogenannte Neutrophile, die in die Wunde eintreten zerstört

Phase 3: Proliferative Phase

Sobald die Wunde gereinigt ist, tritt die Wunde in die Phase 3, die proliferative Phase, ein, in der der Fokus darauf liegt, die Wunde zu füllen und zu bedecken. Dabei dringt tiefrotes Granulaionsgewebe in das Wundbett mit Bindegewebe ein und es bilden sich neue Blutgefäße. Es entstehen Kontaktionen, die die Wundränder bis hin zur Windmitte zusammenziehen. Danach bilden sich Epithelzellen aus dem Wundbett und wandern über die Wunde bis alles damit bedeckt ist.

Phase 4: Reifungs-Phase

Während der Reifungs-Phase gewinnt das neue Gewebe langsam an Stärke und Flexibilität. Hier reorganisieren sich die Kollagenfasern, das Gewebe baut sich um und reift, und die Zugfestigkeit nimmt insgesamt zu (obwohl die maximale Festigkeit auf 80 % der vor verletzten Festigkeit begrenzt ist). Die Reifungs-phase ist von Wunde zu Wunde sehr unterschiedlich und dauert oft zwischen 21 Tagen Und zwei Jahren.

Zusammenfassung

Der Heilungsprozess in den Wundheilungsphasen ist bemerkenswert und komplex und kann durch lokale und systemische Faktoren wie Feuchtigkeit, Infektion und Mazeration (lokal) unterbrochen werden.Auch unterschiedliches Alter, Ernährungszustand und Körpertyp müssen bei der Wundheilung ebenso berücksichtigt werden. Wenn die richtige Heilungsumgebung geschaffen ist, arbeitet der Körper auf wundersame Weise, um devitalisiertes Gewebe zu heilen und zu ersetzen.